
„Karriere folgt selten dem Plan.“
Der Berufseinstieg: Fachlich solide, Zukunft offen
Die Ausbildung zum Steuerfachangestellten ist für viele der erste ernsthafte Kontakt mit der steuerlichen Praxis. Schnell wird deutlich, dass der Beruf deutlich anspruchsvoller ist, als es Außenstehende vermuten. Gesetze, Fristen, Mandantenkommunikation, Verantwortung und ein Fachgebiet, das sich permanent verändert führen zu fachlicher Spezialisierung, Fortbildungen, neue Verantwortungsbereiche und damit zu ganz unterschiedlichen Karrierepfaden.
Entwicklung beginnt häufig erst im richtigen Umfeld
Ein interessanter Aspekt, den wir in Gesprächen mit Mitarbeitenden immer wieder hören: Der Gedanke an Fortbildungen wie den Steuerfachwirt entsteht häufig erst dann, wenn das Arbeitsumfeld entsprechende Perspektiven sichtbar macht.
So beschreibt es auch ein Kollege aus unserem Team rückblickend. Er wurde vor kurzem zum Steuerberater bestellt und begann seinen Weg bei EEP kurz nach seinem Ausbildungsabschluss als Steuerfachangestellter.
Mit seinem Einstieg bei EEP veränderte sich zunächst weniger die Tätigkeit als Steuerfachangestellter an sich, sondern die Wahrnehmung von Möglichkeiten. „Von Beginn an wurde klar, dass es nicht einfach nur ein Arbeitsplatz ist. Vielmehr ein Ort, an dem man sich gegenseitig unterstützt und fördert.“
Ein entscheidender Punkt, der oft unterschätzt wird: Entwicklung ist selten eine rein individuelle Entscheidung. Sie wird stark durch Kultur, Führung und Team geprägt. Wo Weiterentwicklung aktiv thematisiert wird, entsteht häufig erst das Bewusstsein für eigene Potenziale.
Der Steuerfachwirt: Mehr Verantwortung, andere Perspektive
Die Entscheidung für die Steuerfachwirtprüfung war kein leichter Schritt für unseren Kollegen. Er bedeutet Lernen neben dem Beruf, hohe fachliche Anforderungen und eine Phase erheblicher Zusatzbelastung.
Warum entschied er sich dennoch dafür? Nicht nur wegen Karriere oder Gehalt. Es geht um fachliche Vertiefung, um den Wunsch nach größerer Eigenständigkeit, um das Bedürfnis, komplexere Zusammenhänge wirklich zu durchdringen. Im Berufsalltag zeigt sich die Veränderung schrittweise:
- Mandate werden komplexer
- Verantwortung nimmt zu
- Entscheidungen gewinnen an Gewicht
Wenn der Gedanke an den Steuerberater erst später entsteht
Bemerkenswert ist, dass der Wunsch nach der Steuerberaterprüfung häufig nicht von Anfang an vorhanden ist. Viele Steuerfachwirte sind fachlich und beruflich vollkommen zufrieden. Bis ein Perspektivwechsel erfolgt. In einem Personalgespräch fiel bei unserem Kollegen eine Frage, die sinnbildlich für viele ähnliche Entscheidungen stehen könnte: „Wenn du in einigen Jahren zurückblickst – würdest du dich ärgern, es nie versucht zu haben?“ Karriereentscheidungen entstehen nicht immer aus Ehrgeiz. Manchmal entstehen sie aus Reflexion. Nicht „Was muss ich erreichen?“ Sondern „Was kann ich erreichen?“
Die Realität anspruchsvoller Fortbildungen
Bei aller fachlichen Begeisterung darf ein Punkt aber nicht romantisiert werden: Höhere Qualifikationen im Steuerwesen verlangen erhebliche persönliche Disziplin. Die größte Herausforderung liegt dabei oft nicht im Stoffumfang, sondern im Umgang mit Zeit und Energie. Lernen konkurriert mit Freizeit. Prüfungsphasen kollidieren mit sozialen Bedürfnissen. Gerade engagierte, gesellige Persönlichkeiten empfinden diese Phase häufig als Belastung. Ein Gedanke, den unser erfahrene Kollege immer wieder betont: Isolation ist kein Erfolgsmodell.
Auf die Frage nach einem Ratschlag für Kolleg*innen fällt eine Antwort, die weniger mit dem Inhalt als mehr mit dem Umfeld zu tun hat: „Schottet euch niemals komplett ab. Lasst euch helfen. Jede kleine Unterstützung hilft euch, euer Ziel zu erreichen.“ Ein Satz, der eine wichtige Wahrheit enthält. Langfristige Leistungsfähigkeit entsteht nicht durch permanente Selbstüberforderung, sondern durch Balance, Unterstützung und realistische Selbstführung. Gerade bei mehrjährigen Fortbildungen wird das soziale Umfeld oft zum entscheidenden Stabilitätsfaktor.
Individuelle Wege statt starrer Karrieremodelle
Karrierepfade im Steuerwesen folgen selten einem einheitlichen Muster – das zeigt auch die Laufbahn unseres Mitarbeiters. Er entwickelte inhouse schnell eine Leidenschaft für Digitalisierung und IT, und ergänzte seine steuerliche Qualifikation mit dem Fachassistenten Digitalisierung und IT-Prozesse. Parallel übernahm er Verantwortung für die Ausbildung am Standort und die Betreuung der Akademie. Sein Weg zeigt: Entwicklung muss nicht nur „höher“ führen. Sie kann auch „breiter“ werden, indem man neue Themenfelder entdeckt, oder „tiefer“, indem man sich fachlich und organisatorisch spezialisiert.
Fazit: Karriere ist ein Entwicklungsprozess – und Entwicklung braucht ein Umfeld
Der Weg vom Steuerfachangestellten über den Steuerfachwirt bis hin zur Steuerberaterprüfung ist kein standardisierter Aufstieg. Er ist eine Abfolge individueller Entscheidungen, geprägt von Interessen, Stärken, Lebensphasen und manchmal auch von Zufällen.
Was sich jedoch immer wieder zeigt: Entwicklung entfaltet sich dort am besten, wo sie nicht nur erlaubt, sondern aktiv unterstützt wird. In unserem Haus erleben wir seit vielen Jahren, dass Karrierewege höchst unterschiedlich verlaufen können. Manche Mitarbeitende entscheiden sich früh für fachliche Vertiefungen, andere entdecken ihre nächsten Schritte erst mit wachsender Erfahrung. Einige entwickeln Spezialisierungen, andere streben klassische Qualifikationen an. Es gibt nicht den einen richtigen Weg. Weiterentwicklung verstehen wir daher nicht als Pflichtprogramm, sondern als individuelle Reise. Wer wachsen möchte, soll die Möglichkeit dazu haben. Wer neue Interessen entdeckt, soll Unterstützung finden. Fachliche, persönliche und auch technologische Entwicklungen gehören für uns selbstverständlich zusammen.
Denn nachhaltige Entwicklung entsteht nicht durch Druck, sondern durch Perspektiven, Vertrauen und Zusammenarbeit.
Sarah Sukopp
Assistenz der Geschäftsführung
